Autor Thema: Highfield 2010 - Eure Berichte zum Highfield 2010  (Gelesen 2602 mal)

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Offline Carolein.

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Re: Highfield 2010 - Eure Berichte zum Highfield 2010
« Antwort #15 am: 28.August.2010 01:29:12 »
Als wir im Januar unsere Karten gekauft haben, hätte keiner von uns gedacht, dass das Highfield so unglaublich toll werden würde :). Wir als "Festivaljungfrauen" hatten keine wirkliche Ahnung was auf uns zu kommt und waren echt positiv überrascht.
Nach einer 3-stündigen Anreise & einem Zusammenstoß mit einem Wildschwein :D kamen wir Freitag Nacht um halb 4 Uhr morgens auf C3 an. Wir mussten nicht lange schleppen und unsere Nachbarn waren sehr nett & haben uns beim Zelt aufbauen auch gleich geholfen ;). Die Nacht haben wir natürlich durchgemacht :D .. tagsüber wurde wieder n bisschen auf dem Campingplatz gechillt und wir haben das erste mal Flunkyball gespielt :D .. seitdem mein absolutes Lieblingsspiel :D
Abends gings dann los zu den ersten Bands. Wir sind Helden waren jetzt nicht sooo toll, aber ich häts mir schlimmer vorgestellt^^ .. Billy Talent waren dann meiner Meinung nach richtig geil :) .. ich war sowieso schon heiser, weil ich erkältet war und danach hab ich echt fast keinen Ton mehr rausgebracht :D .. nachdem ich dann so um die 36 Stunden wach war gings ins Zelt und es wurde geschlafen. Dazu muss man sagen, dass der Campingplatz echt gut war .. wir haben schon schlechtere Nächte im Zelt verbracht^^ .. um 9 Uhr morgens wurde dann wieder aufgestanden und bis mittags hieß es wieder gammeln im Campingstuhl^^ .. mittlerweile hatte jeder von uns einen bösen Sonnenbrand, aber unsere lieben Nachbarn liehen uns ihren Sonnenschirm aus und ich glaub so wurde das schlimmste verhindert^^ .. ich hab mir dann Expatriate & General Fiasco angesehen .. und durch Zufall auch Dúné, denn von der Absage von Black Rebel Motorcycle Club haben wir irgendwie nichts mitbekommen^^ .. aber obwohl wir Dúné vorher nicht kannten, fanden wir die ziemlich gut ;) .. mein absoluter Höhepunkt kam dann aber erst später an dem Tag: Madsen & Biffy Clyro!
Madsen wollt ich mir eigentlich gar nicht anschauen, aber ich bin froh, dass ichs gemacht habe. Die Leute gingen dermaßen ab und obwohl ich Madsen schon länger nicht mehr höre, konnten sie mich an diesem Samstag wieder begeistern :) .. Biffy Clyro danach im Zelt waren dann natürlich auch der Hammer :) .. Nach Biffy Clyro hab ich das Festivalgelände aber so schnell es ging verlassen, denn die 5 Sekunden in denen ich dieses Große Freiheit oder so von Unheilig hören musste, haben mir schon gereicht^^ .. später waren wir dann aber pünktlich zu Placebo wieder da :)
Sonntags hatten wir Zeltdienst und mussten den ganzen Tag am Campingplatz warten bis Blink .. (wir hatten etwas Angst, dass uns was geklaut wird^^) .. aber dann kam dieses tolle Unwetter und irgendwie bin ich mittendrin eingeschlafen :D .. nejaa.. Blink hab ich dann wohl verpasst^^ .. war aber nicht schlimm, denn die Aftershowparty auf C3 hat alles wieder rausgerissen! Wir waren stundenlang dabei und ja.. einfach nur ein rieeeesiges Dankeschön an den Synapsenkitzler für dieses geile Lied! :D .. die Nacht wurde dann auch noch durchgemacht und der Besuch, den wir dann bekamen war einfach nur ultralustig :D
Naja .. Montag morgen wurde dann zusammengepackt und wir sind mit dem Shuttle nach Böhlen zum Bahnhof und dann nachdem wir von Böhlen nach Leipzig gefahren sind, schön mit dem Zug nach Hause ^^
Alles in allem wars ein tolles erstes Festival für uns alle und ganz bestimmt nicht unser letztes! Highfield 2011 wir kommeeeeen! :D

Offline bakaja

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Re: aus der Sicht eines Security
« Antwort #16 am: 28.August.2010 09:14:37 »
Nein, ich bin kein Schulabbrecher und auch kein Hauptschüler - ich hab's zum Abitur geschafft.
Nein, ich mache den Job nicht für 3,50€ die Stunde - etwas mehr ist es dann schon, aber reich wird man trotzdem nicht.
Nein, ich mache den Job nicht um mein Ego aufzupolieren, mich rumzuprügeln, Gästen dumm zu kommen oder mich mal wichtig zu machen - ich arbeite gern im Team, liebe den Umgang mit verschiedensten Leuten, schaue mir gern die unterschiedlichsten Veranstaltungen an, helfe gerne Menschen, verdien mir gern mit dem Job etwas dazu.
Nein, ich bin kein "scheiß Ossi" - "Ossi" ok, ja, na gut, wenn man 20 Jahre deutsche Einheit verschlafen hat, nun ja, aber ok, ich geb es zu, ich bin hiermit ganz offiziell als "Ossi" geoutet und hoffe, dass mich das nicht zu einem schlechteren Menschen macht.
Nein, ich bin kein Nazi - ich bin.... naja auf jeden Fall nicht rechts.

Ich hoffe, ich konnte damit schonmal zumindest mit dem ein oder anderen Vorwurf aufräumen, der mir das letzte Wochenende so oft voller Wut, Aggression und nicht selten ohne jeglichen Grund an den Kopf gehaun wurde.
Entschuldigen möchte ich mich auch bei jenen, wo meine Anweisung nicht mit den Worten "Bitte" und "Danke" umrahmt war. Auch, wenn meine Antwort mal etwas knapp ausfiel und ich jede Entscheidung nicht ewig begründet habe. Es lag einfach daran, dass meine Stimme nach einigen Stunden anschreien gegen laute Musik etwas gelitten hatte. (hier nun nachträglich die Begründung: meisten waren es schlicht und einfach Anordnungen des Ordnungsamtes, die ohne wenn und aber umgesetzt werden müssen, vor allem bzgl. Fluchtwege, die frei bleiben müssen etc.) Bitte nehmt es mir auch nicht übel, dass ich nicht jedes "High 5" mit abgeklatscht habe. Auch meine Möglichkeiten, mir die Hände zu waschen, waren begrenzt. Auch Verbrüderungen u.ä. habe ich verweigert, bitte seid mir nicht böse, aber ich möchte auch nicht mit jedem "kuscheln" (vor allem nicht mit stark alkoholisierten Männern, die sich vorher im Dreck gewälzt haben). Entschuldigung auch an die, die meine Auskunft nicht befriedigt hat. Ich wusste es nicht besser und konnte nur die Infos weiter geben, die auch mir zuvor gegeben wurden.

Aber nun gut. Ich möchte euch hiermit einfach mal einen kleinen Einblick von der anderen Seite geben. Eine kurze Einschätzung von mir, nur von mir, ganz persönlich und ausdrücklich NICHT von der Security allgemein, geschweige denn der Einsatzleitung!

Ihr wart ein cooles Publikum. Ihr wart locker, gut drauf, meist freundlich und nett, habt nicht groß rumdiskutiert. Ihr wart im Großen und Ganzen echt cool drauf! Ausnahmen gibt es immer, wie überall, aber auch die hielten sich in Grenzen und waren im Machbaren.

Da ich mit vielen von euch gesprochen habe, mal nur 1-2min, mal 10min und mit einigen wenigen auch mehrere Stunden (die 3 Tage mal zusammenaddiert) kann ich, denk ich zumindest, einiges verstehen, aber einiges auch klar zurück weisen.

Es war für jeden etwas dabei, oder? Mal ehrlich! Sicher gefällt nicht jedem jede Band. Ja gut, ok. Aber fakt ist, dass jede Band ihre Anhänger hatte. Mal waren es nur 400, mal 2.000 und mal vielleicht 15.000, die ihre Band gefeiert haben. Wenn mir eine Band absolut nicht gefällt, schau ich mich so mal um, esse was, setz mich einfach mal hin,.... oder?

Ich fand den Platz gut. Ich habe den Platz am Donnerstag gesehen. Ihr nicht. Ich weiß, dass absolut alles gegeben wurde, um den Platz einigermaßen herzurichten. Wer Freitag kurz vor Platzöffnung da war, der hat noch gesehen wie der letzte LKW noch Sägespäne abgeladen hat und 2 Radlager es schnell verteilten. man kann also sagen, es wurde bis zur letzten Minute alles gegeben. Das nicht alles perfekt war diesbezüglich mag ich nicht abstreiten, aber hey, ich erinner euch auch an eine der wichtigsten Grundausstattungen: stabiles Schuhwerk! Wie viele von euch sind mit Latschen, Flipflops u.ä. rumgelaufen. Das Festival findet in der Natur statt, Natur schafft nur selten absolut ebene Flächen. Beschwert euch also bitte nicht, dass ihr umgeknickt seid o.ä., wenn ihr dieses Kriterium nicht beachtet habt.

Trinkwasserstellen sind eine super Sache, oder?! Mal ehrlich. Es wird verkannt, was der Veranstalter muss und was er zusätzlich leistet. Ich konnte euch auch Auskunft geben, wo sich aktuell eine Trinkwasserstelle befindet. Zumindest kam niemand zurück und hat mich eines besseren belehrt. Das sie ihren Standort wechselten mag ärgerlich sein, teilweise aber unvermeidbar wie z. Bsp. am Zelt, da das Wasser ins Zelt lief und eine Bar knöcheltief im Wasser stand.  Sorry.

Toiletten waren meiner Meinung nach genug vorhanden, mit Sicherheit kein Luxus, aber ausreichend. Aber nochmal zur Erinnerung, es ist ein festival in der Natur, also gewissermaßen auch ein Provisorium.

Lange Wege gab es mit Sicherheit. Den Hinweis, man könne ja den kleinen Wald fällen, um die Wege zu verkürzen finde ich, naja sagen wir mal fragwürdig. Freut euch über jeden Baum, der in dieser Einöde steht. Nur zur Erinnerung: Vor einigen Jahren fraßen sich noch große Bagger durch die Tagebaue.
Plant etwas Zeit ein, zelebriert den Weg mit Vorfreude und Einstimmung auf gute Musik. Vielleicht liegt es auch daran, dass manch einer nicht mehr weiter laufen mag, als das Auto lang ist. (ACHTUNG! IRONIE!)

Mein Eindruck zur Platzeinteilung war gespalten. Ja Musik aus Zelt und der Hauptbühne haben sich teilweise "überlappt", was absolut unbestritten unschön ist. Auch für mich, wo ich doch mit der ein oder anderen Band schöne Jugenderinnerungen wecken konnte, dann aber doch von anderen Bands etwas "gestört" wurde. Sollte man auch meiner Meinung nach ändern.

Lage und Anfahrt fand ich würdig. Ich bin über die Espenhain angereist und habe Hinweisschilder gesehen, die mich auch auf direktem Weg an die richtige Stelle gelotst haben. Die Anfahrtswege von der A14 oder A38 kann ich nicht beurteilen.
Wer sich beklagt, dass ein Kraftwerk nicht die richtige Kulisse ist oder in Hohenfelden alles besser war. Ja was soll man demjenigen sagen?
Ich denke gern in die Zukunft, Hohenfelden ist aber Vergangenheit. Es war nicht der Veranstalter, der unbedingt aus Hohenfelden weg wollte. Ich meine es waren Grundbesitzer, die ihr Land nicht mehr verpachten wollten. Provokant stelle ich also überspitzt und mit Ironie versehen die Frage: Wer wollte hier wen nicht mehr haben?
Öffnet euch Großpösna. Hier stand man euch mit offenen Armen gegenüber, hat geholfen, organisiert und und und... Bedenkt einfach mal, was für ein Kraftakt so ein Festival auch für eine so kleine Gemeinde bedeutet.

Ein Punkt, der mir sehr wichtig ist, ist die Kritik namens "Kommerz". Was bitte sind das für Vorwürfe, die lauten "Es ist nur noch Kommerz" oder "Das Highfield ist kommerziell geworden"? Hallo?! Natürlich möchte man Geld damit verdienen. Wie verdient ihr euren Lebensunterhalt? Ist das nicht auch Kommerz?! Seit Jahren verdient man mit dem Highfield Geld, und hey, ich hab auch damit Geld verdient. Aber lasst euch eines sagen, es wurde mit Sicherheit weniger verdient als die letzten Jahre, allein schon dadurch, dass vieles komplett neu geplant, ausgearbeitet und vorbereitet werden musste.
Wer absolut gegen Kommerz ist, der soll in die Weiten Russlands, Kanadas oder Australiens gehen und dort autark leben, alles andere ist Kommerz. Deine Klamotten, dein Essen und Trinken, dein Strom, dein PC, mit dessen Hilfe du das hier grad liest, alles ist kommerziell - auch das Highfield - schon seit Jahren - sorry, dass ich dir/euch diese Illusion gerade nehmen musste.

Aber um mal aus der Verteidigung raus zu kommen.
Ich fand es gut und gelungen. Aus der Sicht eines Insiders kann ich sagen, dass es, gerade in Betracht der Wetterlage und den damit verbundenen Schwierigkeiten, schlechter organisierte Festivals gibt. Kritik kann, soll und muss geäußert werden, das wird der Veranstalter, die Produzenten und andere Verantwortliche auch gesehen haben.

Ich kann abschließend nur sagen, dass man nicht alles so pessimistisch sehen sollte.
Stellt euch eine Frage! Was will ich haben?
Ich denke ihr wolltet gute Musik, gute Laune, feiern, trinken - kurz: einfach eine gute Zeit haben - aus dem Alltag ausbrechen - Zeit mit Freunden und Fremden verbringen.
Habt ihr all das nicht bekommen? OK, dann wars nicht gut, wenn doch, dann wars doch super, oder?
Also vergesst den Ärger über einen langen Weg, den blöden Security, der euch dumm kam, die unfreundliche Bedienung an der Bar, den unebenen Platz und das ein oder andere, was euch nicht ganz verständlich war.
Sagt euren Freunden bescheid, bereitet euch gut vor und kommt nächstes Jahr wieder.
Bringt feste Schuhe, kleine Taschenlampen, Regensachen usw. mit und das ein oder anderen Übel ist aus der Welt geschafft. Seid offensiv! Sagt direkt vor Ort, wenn euch etwas nicht gefällt, manches lässt sich mit wenigen Worten lösen, sei es der blöde besoffene Zeltnachbar, der stresst, der unferudnliche Ordner oder was weiß ich.

Für mich war es ne schöne Zeit, viel spaß und wenig stress, auch dank euch vielen, die gut drauf waren. Und nochmal SORRY an jeden, dem ich es vielleicht nicht ganz Recht machen konnte.
Danke an jeden Typ, der kurz stehen blieb und kurz locker gelabert hat, ohne aufdringlich zu werden. Danke an jedes Mädel, dass mit rumgealbert hat und einen zum Lachen brachte.

Wer sich hierzu(^^) äußern möchte,mir irgendwas zukommen lassen möchte oder auch Kritik üben möchte, dann nur zu. Ich freue mich auf Reaktionen, aber nehmt es mir bitte nicht übel, wenn ich nicht jedem antworten kann bzw. alles erklären kann, aber ich gebe mein Bestes! Versprochen!

Mail: h2010-leipzig@web.de
 :thx:

 


und ich habe gedacht, das sind alles vorraussetzungen, dafür! :-)


das ist  natürlich  nicht mein ernst aber schade das es leute gibt, die  sowas denken!

Offline fab

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Re: Highfield 2010 - Eure Berichte zum Highfield 2010
« Antwort #17 am: 01.September.2010 16:38:47 »
Da mein Bericht leider etwas lang ist fürs Forum gibts das ganze hier.

Leseprobe gefällig?

Zitat
So, endlich finde auch ich etwas Zeit das Highfield 2010 für mich Revue passieren zu lassen.
Ich wähle für mich gerade diesen Thread hier, da ich jetzt keinen schwarzen und weissen Bericht, sondern ein schönes Urteil über das erste Highfield in Leipzig schreiben möchte.
Als kurze Vorinfo, ich habe bisher keinen Bericht oder Ausschnitt aus irgendeinem der Threads hier gelesen (mit ausnamhe den Bericht von mozartkugel ;) ). Kommentare zu den anderen Berichten hier und im +/- Thread werden die Tage sicherlich noch folgen, dies wird also ein (nahezu) ganz unvoreingenommener Bericht.

Die Vorabüberlegung
Highfield, was heißt das für mich? Ich kam 2007 zum ersten mal auf das Highfield Festival, damals noch in Hohenfelden. Dank einer kurzen Einarbeitungszeit im Forum und einer liebenswerten Doreen kam ich damals direkt ins Forumscamp. Trotzdem ich noch mit Freunden anreiste fühlte man sich direkt angekommen. Über die Jahre haben sich Freundschaften entwickelt, man sieht Leute auch privat, ausserhalb von Festival und solche bei denen man das aufgrund von (zu) großen Entfernungen nicht schaft, die sieht man Jahr für Jahr auf dem Highfield.

Zwanzigzehn, das große Jahr, der Umzug, alles neu. Als ich im Frühling das neue Gelände sichtete konnte ich mir ein Festival so dort nicht vorstellen. Im Laufe der Zeit kristallisierte sich heraus, dass nur wenige Leute dieses Jahr im Forumscamp dabei sein werden. Zwischenzeitlich waren es sogar nur Leuchtie und ich.
Verdammt, keine Leute, doofe Location, Probleme und recht geringe Kommunikation bezüglich der Photoakkreditierung und dann kam auch noch der Regen. Ich bekam echt schlechte Laune. Für wenige Augenblicke überlegte ich sogar das Ding für mich komplett abzusagen. Leuchtie anrufen, wir brauchen nicht zusammen fahren, ich komm nicht hin.

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