Nein, ich bin kein Schulabbrecher und auch kein Hauptschüler - ich hab's zum Abitur geschafft.
Nein, ich mache den Job nicht für 3,50€ die Stunde - etwas mehr ist es dann schon, aber reich wird man trotzdem nicht.
Nein, ich mache den Job nicht um mein Ego aufzupolieren, mich rumzuprügeln, Gästen dumm zu kommen oder mich mal wichtig zu machen - ich arbeite gern im Team, liebe den Umgang mit verschiedensten Leuten, schaue mir gern die unterschiedlichsten Veranstaltungen an, helfe gerne Menschen, verdien mir gern mit dem Job etwas dazu.
Nein, ich bin kein "scheiß Ossi" - "Ossi" ok, ja, na gut, wenn man 20 Jahre deutsche Einheit verschlafen hat, nun ja, aber ok, ich geb es zu, ich bin hiermit ganz offiziell als "Ossi" geoutet und hoffe, dass mich das nicht zu einem schlechteren Menschen macht.
Nein, ich bin kein Nazi - ich bin.... naja auf jeden Fall nicht rechts.
Ich hoffe, ich konnte damit schonmal zumindest mit dem ein oder anderen Vorwurf aufräumen, der mir das letzte Wochenende so oft voller Wut, Aggression und nicht selten ohne jeglichen Grund an den Kopf gehaun wurde.
Entschuldigen möchte ich mich auch bei jenen, wo meine Anweisung nicht mit den Worten "Bitte" und "Danke" umrahmt war. Auch, wenn meine Antwort mal etwas knapp ausfiel und ich jede Entscheidung nicht ewig begründet habe. Es lag einfach daran, dass meine Stimme nach einigen Stunden anschreien gegen laute Musik etwas gelitten hatte. (hier nun nachträglich die Begründung: meisten waren es schlicht und einfach Anordnungen des Ordnungsamtes, die ohne wenn und aber umgesetzt werden müssen, vor allem bzgl. Fluchtwege, die frei bleiben müssen etc.) Bitte nehmt es mir auch nicht übel, dass ich nicht jedes "High 5" mit abgeklatscht habe. Auch meine Möglichkeiten, mir die Hände zu waschen, waren begrenzt. Auch Verbrüderungen u.ä. habe ich verweigert, bitte seid mir nicht böse, aber ich möchte auch nicht mit jedem "kuscheln" (vor allem nicht mit stark alkoholisierten Männern, die sich vorher im Dreck gewälzt haben). Entschuldigung auch an die, die meine Auskunft nicht befriedigt hat. Ich wusste es nicht besser und konnte nur die Infos weiter geben, die auch mir zuvor gegeben wurden.
Aber nun gut. Ich möchte euch hiermit einfach mal einen kleinen Einblick von der anderen Seite geben. Eine kurze Einschätzung von mir, nur von mir, ganz persönlich und ausdrücklich NICHT von der Security allgemein, geschweige denn der Einsatzleitung!
Ihr wart ein cooles Publikum. Ihr wart locker, gut drauf, meist freundlich und nett, habt nicht groß rumdiskutiert. Ihr wart im Großen und Ganzen echt cool drauf! Ausnahmen gibt es immer, wie überall, aber auch die hielten sich in Grenzen und waren im Machbaren.
Da ich mit vielen von euch gesprochen habe, mal nur 1-2min, mal 10min und mit einigen wenigen auch mehrere Stunden (die 3 Tage mal zusammenaddiert) kann ich, denk ich zumindest, einiges verstehen, aber einiges auch klar zurück weisen.
Es war für jeden etwas dabei, oder? Mal ehrlich! Sicher gefällt nicht jedem jede Band. Ja gut, ok. Aber fakt ist, dass jede Band ihre Anhänger hatte. Mal waren es nur 400, mal 2.000 und mal vielleicht 15.000, die ihre Band gefeiert haben. Wenn mir eine Band absolut nicht gefällt, schau ich mich so mal um, esse was, setz mich einfach mal hin,.... oder?
Ich fand den Platz gut. Ich habe den Platz am Donnerstag gesehen. Ihr nicht. Ich weiß, dass absolut alles gegeben wurde, um den Platz einigermaßen herzurichten. Wer Freitag kurz vor Platzöffnung da war, der hat noch gesehen wie der letzte LKW noch Sägespäne abgeladen hat und 2 Radlager es schnell verteilten. man kann also sagen, es wurde bis zur letzten Minute alles gegeben. Das nicht alles perfekt war diesbezüglich mag ich nicht abstreiten, aber hey, ich erinner euch auch an eine der wichtigsten Grundausstattungen: stabiles Schuhwerk! Wie viele von euch sind mit Latschen, Flipflops u.ä. rumgelaufen. Das Festival findet in der Natur statt, Natur schafft nur selten absolut ebene Flächen. Beschwert euch also bitte nicht, dass ihr umgeknickt seid o.ä., wenn ihr dieses Kriterium nicht beachtet habt.
Trinkwasserstellen sind eine super Sache, oder?! Mal ehrlich. Es wird verkannt, was der Veranstalter muss und was er zusätzlich leistet. Ich konnte euch auch Auskunft geben, wo sich aktuell eine Trinkwasserstelle befindet. Zumindest kam niemand zurück und hat mich eines besseren belehrt. Das sie ihren Standort wechselten mag ärgerlich sein, teilweise aber unvermeidbar wie z. Bsp. am Zelt, da das Wasser ins Zelt lief und eine Bar knöcheltief im Wasser stand. Sorry.
Toiletten waren meiner Meinung nach genug vorhanden, mit Sicherheit kein Luxus, aber ausreichend. Aber nochmal zur Erinnerung, es ist ein festival in der Natur, also gewissermaßen auch ein Provisorium.
Lange Wege gab es mit Sicherheit. Den Hinweis, man könne ja den kleinen Wald fällen, um die Wege zu verkürzen finde ich, naja sagen wir mal fragwürdig. Freut euch über jeden Baum, der in dieser Einöde steht. Nur zur Erinnerung: Vor einigen Jahren fraßen sich noch große Bagger durch die Tagebaue.
Plant etwas Zeit ein, zelebriert den Weg mit Vorfreude und Einstimmung auf gute Musik. Vielleicht liegt es auch daran, dass manch einer nicht mehr weiter laufen mag, als das Auto lang ist. (ACHTUNG! IRONIE!)
Mein Eindruck zur Platzeinteilung war gespalten. Ja Musik aus Zelt und der Hauptbühne haben sich teilweise "überlappt", was absolut unbestritten unschön ist. Auch für mich, wo ich doch mit der ein oder anderen Band schöne Jugenderinnerungen wecken konnte, dann aber doch von anderen Bands etwas "gestört" wurde. Sollte man auch meiner Meinung nach ändern.
Lage und Anfahrt fand ich würdig. Ich bin über die Espenhain angereist und habe Hinweisschilder gesehen, die mich auch auf direktem Weg an die richtige Stelle gelotst haben. Die Anfahrtswege von der A14 oder A38 kann ich nicht beurteilen.
Wer sich beklagt, dass ein Kraftwerk nicht die richtige Kulisse ist oder in Hohenfelden alles besser war. Ja was soll man demjenigen sagen?
Ich denke gern in die Zukunft, Hohenfelden ist aber Vergangenheit. Es war nicht der Veranstalter, der unbedingt aus Hohenfelden weg wollte. Ich meine es waren Grundbesitzer, die ihr Land nicht mehr verpachten wollten. Provokant stelle ich also überspitzt und mit Ironie versehen die Frage: Wer wollte hier wen nicht mehr haben?
Öffnet euch Großpösna. Hier stand man euch mit offenen Armen gegenüber, hat geholfen, organisiert und und und... Bedenkt einfach mal, was für ein Kraftakt so ein Festival auch für eine so kleine Gemeinde bedeutet.
Ein Punkt, der mir sehr wichtig ist, ist die Kritik namens "Kommerz". Was bitte sind das für Vorwürfe, die lauten "Es ist nur noch Kommerz" oder "Das Highfield ist kommerziell geworden"? Hallo?! Natürlich möchte man Geld damit verdienen. Wie verdient ihr euren Lebensunterhalt? Ist das nicht auch Kommerz?! Seit Jahren verdient man mit dem Highfield Geld, und hey, ich hab auch damit Geld verdient. Aber lasst euch eines sagen, es wurde mit Sicherheit weniger verdient als die letzten Jahre, allein schon dadurch, dass vieles komplett neu geplant, ausgearbeitet und vorbereitet werden musste.
Wer absolut gegen Kommerz ist, der soll in die Weiten Russlands, Kanadas oder Australiens gehen und dort autark leben, alles andere ist Kommerz. Deine Klamotten, dein Essen und Trinken, dein Strom, dein PC, mit dessen Hilfe du das hier grad liest, alles ist kommerziell - auch das Highfield - schon seit Jahren - sorry, dass ich dir/euch diese Illusion gerade nehmen musste.
Aber um mal aus der Verteidigung raus zu kommen.
Ich fand es gut und gelungen. Aus der Sicht eines Insiders kann ich sagen, dass es, gerade in Betracht der Wetterlage und den damit verbundenen Schwierigkeiten, schlechter organisierte Festivals gibt. Kritik kann, soll und muss geäußert werden, das wird der Veranstalter, die Produzenten und andere Verantwortliche auch gesehen haben.
Ich kann abschließend nur sagen, dass man nicht alles so pessimistisch sehen sollte.
Stellt euch eine Frage! Was will ich haben?
Ich denke ihr wolltet gute Musik, gute Laune, feiern, trinken - kurz: einfach eine gute Zeit haben - aus dem Alltag ausbrechen - Zeit mit Freunden und Fremden verbringen.
Habt ihr all das nicht bekommen? OK, dann wars nicht gut, wenn doch, dann wars doch super, oder?
Also vergesst den Ärger über einen langen Weg, den blöden Security, der euch dumm kam, die unfreundliche Bedienung an der Bar, den unebenen Platz und das ein oder andere, was euch nicht ganz verständlich war.
Sagt euren Freunden bescheid, bereitet euch gut vor und kommt nächstes Jahr wieder.
Bringt feste Schuhe, kleine Taschenlampen, Regensachen usw. mit und das ein oder anderen Übel ist aus der Welt geschafft. Seid offensiv! Sagt direkt vor Ort, wenn euch etwas nicht gefällt, manches lässt sich mit wenigen Worten lösen, sei es der blöde besoffene Zeltnachbar, der stresst, der unferudnliche Ordner oder was weiß ich.
Für mich war es ne schöne Zeit, viel spaß und wenig stress, auch dank euch vielen, die gut drauf waren. Und nochmal SORRY an jeden, dem ich es vielleicht nicht ganz Recht machen konnte.
Danke an jeden Typ, der kurz stehen blieb und kurz locker gelabert hat, ohne aufdringlich zu werden. Danke an jedes Mädel, dass mit rumgealbert hat und einen zum Lachen brachte.
Wer sich hierzu(^^) äußern möchte,mir irgendwas zukommen lassen möchte oder auch Kritik üben möchte, dann nur zu. Ich freue mich auf Reaktionen, aber nehmt es mir bitte nicht übel, wenn ich nicht jedem antworten kann bzw. alles erklären kann, aber ich gebe mein Bestes! Versprochen!
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