Das Highfield 2007
Freitag gegen 18.30 Uhr angekommen und als erstes mal das Tent angeschaut und gleich für scheiße befunden. Wer kommt bitte auf die Idee die Ein- und Ausgänge seitliche anzulegen und das ganze Teil auch noch breiter als lang zu machen? Najo, Karpatenhund haben mich dann auch nicht wirklich zum bleiben animiert.

Also ab zur Hauptbühne und The Twang (UK) gesehen und anschließend The Films. Beides hat mich jetzt nicht wirklich vom Hocker gehauen. Aber es gab ja noch
Tocotronic. Eine jener Bands die man kennt aber selber nicht hört. Dafür haben sie aber ganz ordentlich gerockt. Anschließen kamen
The Shins. Ich muss gestehen ich mag die Band sehr auch wenn ich sie erst vor kurzem so richtig für mich entdeckt habe. Ich weiß nicht an was es lag, am Publikum, an der Ansetzung und vielleicht hätten sie lieber im Zelt spielen sollen. Denn Stimmung kam leider nie so recht auf. Schade um diese großartige Band. Ich fand ihren Auftritt sehr in Ordnung.

Um 0.00 Uhr folgte dann mein persönliches Highlight des ganzen Highfield-Wochenendes:
Interpol! Tjo von der Lieblingsband erwartet man natürlich einiges und ich wurde nicht enttäuscht. Einfach nur wow was die Jungs für einen Sound erzeugen und dazu Paul Banks Stimme, einfach ein Traum. Als Daniel Kessler mit seiner Gitarre noch seine quasi-Soloparts ablieferte war die Welt in Ordnung.

Aber was zu meckern habe ich dennoch: 1. zu kuuuuurz gespielt! und 2. die Jungs haben mindestens 3 "must have" Songs nicht gespielt.

(Okay, ist auch schwierig bei 3 Alben wo quasi kein einziger Ausfall dabei ist...)
Der Samstag, von mir eher als Mainstream-Tag betitelt.

Ok, angefangen mit
Blackmail (jo kein Mainstream ich weiß). Ich habe die Jungs früher relativ oft gehört und dann ein wenig aus den Augen verloren, nichtdestotrotz sie haben doch ganz ordentlich Krach gemacht.

Anschließend wurde ich quasi (von meinen Begleiter..) zum
MIA. guggen gezwungen. Ich war sehr überrascht wie viele MIA. Fans es doch auf das Highfield geschafft haben und ganz schön Textsicher waren die ganzen Leute auch noch.

Deren Konzi war ganz okay.
Da der anschließend Act Millencolin nicht so mein Fall war, gings ab ins Tent.
The Academy is... haben sich angekündigt und obwohl ich sie vorher nicht wirklich kannte muss ich sagen, dass sie doch feine Musik machen. Nicht schlecht die Jungs. Aber zurück zur Hauptbühne für die letzten beiden "Haupt"-Acts. Den Rest von Millencolin noch angehört mit der festen überzeugung mit The Academy is... den deutlich besseren Act gehört zu haben.
23.00 Uhr,
Fall Out Boy stand an. The Mainstream goes on..

Ne ernsthaft, die Jungs waren echt nur beliebig, langweilig und ich frage mich, was außer MTV hat die Veranstalter dazu bewogen die so spät anzusetzen? Sorry aber da hätte man auch jede andere beliebige 08/15-mit-Instrumenten-Krach-mach Bands spielen lassen können, einen Unterschied hätte es nicht gemacht. Naja aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Wie man es besser macht haben zumindest
Billy Talent bewiesen. Ich geb's zu ich bin kein Fan weil sie mir auch zu beliebig sind aber sie haben eine sehr feine Show abgeliefert. Die Jungs gehören auf die große Bühne keine Frage.

Nachdem der Samstag eher mäßig war, sollte ja der noch glorreiche Sonntag folgen. Ich habe schon seit Jahren die Feststellung gemacht, dass Sonntag (fast) immer der beste Tag von allen ist. Nach 2 Tagen Festival sind alle ein wenig smoother und relaxter und man kann die Musik besser genießen und trotzdem ordentlich Party machen aber ohne das man seine Ellbogen ausfahren muss zum Selbstschutz.

Und da war ja noch dieses Hammer-LineUp.
16.15 Uhr und die
Eagles of Death Metal! Wow was für eine Band. Letztes jahr habe ich sie nur auf MTV sehen können und da waren sie schon cool. Aber was Joshua Tree und seine Jungs abliefern ist echt einmalig. Klasse Stimmung für diese frühe Zeit und Joshua hat es scheinbar auch gefallen. Wer auch immer von euch in den ersten Reihen "Shake your Dick" gerufen hat, ich bin mir sicher er wird euch ein Song widmen.

Große Klasse!
Die Eagles waren vorbei und vor der Bühne wurde es plötzlich ganz leer.
Chris Cornell stand an. Er hatte es schwer und ich gebe zu ich hätte ihn lieber mit Soundgarden oder Audioslave gesehen. Aber am Ende wurde es doch noch ganz ordentlich, was wohl auch daran lag das er Songs "seiner" alten Bands raus holte.

Egal, weiter ging es für mich mit dem wohl schönsten Konzert des Wochenendes. Die Regenwolke von Chris Cornell (da war wirklich eine) hatte sich verzogen und die Sonne kam raus. Perfekt für
Jimmy Eat World! Auch Stimmungstechnisch ganz oben. Billy Talent hatte sicher 2-3mal so viele Zuschauer aber es war glücklicherweise nicht so anstrengend! Und der Preis für die meisten Crowd-Surfer geht ja wohl auch eindeutig an Jimmy Eat World.

Schön auch, dass nach den vielen Jahren der Text bei allen noch so sicher war.

Sehr, sehr schönes Konzert.
Aber eine Frage: der Jim hat schon ein wenig zugenommen oder?

So es neigt sich dem Ende zu.
Silverchair sollten die vorletzte Band für mich sein. Die Helden meiner Jugend! Ich gebe es zu, Silverchair habe ich immer mit dem grandiosen Album "Neon Ballroom" definiert. Davor waren sie mir zu viel Punk, danach zu viel Pop-Bombast. Daher war ich mir nicht sicher wie das Konzert werden würde. Aber hey, ich wurde nicht enttäuscht. Besser sogar als ich erhofft habe. Als dann "Emotion Sickness" anstand war sie da, die Gänsehaut. Und gleich noch "Ana's Song"... danke Jungs! Leider musste ich bei "Straight Lines" schon Richtung Zelt aufbrechen. Denn...
...
Sparta stand noch an. Ich gestehe, ich bin auch erst mit "Threes" zu Sparta gekommen aber was die Jungs da im Zelt abgeliefert haben war einfach nur der Wahnsinn. Viel mehr kann ich eigentlich dazu nicht sagen. Alle die dabei waren, werden es sicher bestätigen können. Als am Ende nur noch Sänger und Publikum gemeinsam die letzten Zeilen von "Altas"
More than life / expose who you are gesungen haben... wooaah.. Gänsehaut und einfach unbeschreiblich. Ganz große Band!

So danach waren meine Knie und mein Rücken im Arsch und ich machte mich zu den Klängen von Kaiser Chiefs auf den Weg Richtung Parkplatz, Ruby Ruby Ruby war quasi mein Soundtrack dazu.

Abschließend möchte ich nochmal den Sound während des gesamten Highfields loben, zumindest den der Hauptbühne. Der war echt Klasse. Manche Jahre hatte im vorderen Drittel echt nur Krach und den Gesang konnte man nur erahnen. Dieses jahr war es echt spitze!
Für das Zelt sollte man sich einen neuen Architekt suchen, ganz ganz schlimmer Aufbau!
Aber nicht zuletzt wegen dem genialen Sonntag, ein seeehr tolles Highfield!
PS: Leider Trial of Dead, Ash, Moneybrother verpasst.
